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Im äußersten Südosten der Pfalz liegt zwischen den Unterläufen von Alter und Neuer Lauter in der Altaue des Rheins ein ca. 200 ha großes Gebiet, das bei Rheinhochwasser ab ca. 835 cm am Pegel Maxau überflutet wird (etwa 3,5 m über MW bzw. 20 cm über MHW). Die Überflutung erfolgt über einen entsprechend niedrigen Deichabschnitt. Zum Ablaufen des Wassers wird der Damm im tiefstgelegenen Bereich des Überflutungsgebiets zum Rhein hin geöffnet.

Überflutungen des Gebiets ereignen sich in mehrjährigen Abständen, hauptsächlich im Winterhalbjahr. Das extreme Hochwasser im Mai 1999 mit dem historischen Höchststand von 881 cm am Pegel Maxau (14.05.1999) bedeutete auch für das Überflutungsgebiet zwischen Alter und Neuer Lauter mit Überflutungshöhen bis über 3 m und einer Überflutungsdauer bis in den Hochsommer eine extreme Situation.

Das Überflutungsgebiet ist als repräsentativer Ausschnitt einer „traditionellen Kulturlandschaft” für den Arten- und Biotopschutz bedeutend. Kennzeichnende Lebensräume sind neben den Äckern z. B. Streuobstwiesen, Magerrasen und Pfeifengraswiesen.

Die Untersuchung der Reaktion von Vegetation, Flora und Fauna auf die extreme Überflutung 1999 kann Rückschlüsse auf das Geschehen in gesteuerten
Retentionsräumen am Oberrhein ermöglichen, die ebenfalls durch seltene, dann aber hohe und lang anhaltende Überschwemmungen gekennzeichnet sind.

Der Auftraggeber

SGD Süd Regionalstelle WAB Neubaugruppe Hochwasserschutz Oberrhein Speyer

 

Das Untersuchungsgebiet

Lage im Südosten der Pfalz zwischen den Unterläufen von Alter und Neuer Lauter in der Altaue des Rheins

Größe des Gebiets: ca. 200 ha

Überflutung bei Rheinhochwasser ab ca. 835 cm am Pegel Maxau (etwa 3,5 m über MW bzw. 20 cm über MHW).

Zusammenfassende Beurteilung

Die Auswirkungen der extremen Überflutung im Jahr 1999 sind nicht ausschließlich negativ. Einzelne Arten und Artengruppen wurden zwar geschädigt, doch andere, teils seltene und bedrohte Arten, konnten von der Überflutung profitieren. Die in Abständen von wenigen Jahren wiederkehrenden Überflutungen von Teilflächen, wenngleich meist außerhalb der Vegetationszeit, haben möglicherweise eine gewisse Anpassung von Vegetation, Flora und Fauna an die Hochwasser bewirkt – der Effekt, der mit „ökologischen Flutungen” erreicht werden soll.

Pauschale Aussagen zur Umweltverträglichkeit von Überflutungen in Altauengebieten scheinen aufgrund der erzielten Untersuchungsergebnisse nicht sachgerecht. Vielmehr ist der Abschätzung der Auswirkungen von „Poldern” der tatsächliche Floren-, Faunen- und Biotopbestand einschließlich seiner Überflutungstoleranz zugrunde zu legen.


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